Angst nach dem Auftritt

25. Januar 2017. Bei der Tagung der Intendantengruppe des Bühnenvereins in dieser Woche in Weimar sollte auch über darüber gesprochen werden, dass Schauspieler das Theater Gera-Altenburg verlassen, weil die Schmerzgrenze rassistischer Anfeindungen für sie überschritten sei. Die Thüringische Landeszeitung fasst die Ereignisse heute nochmal zusammen.

Seit Sommer 2015 habe sich das Klima vor Ort massiv verschlechtert, zitiert der TLZ-Text Bernhard Stengele, Schauspieldirektor am Theater Gera-Altenburg. Die Ablehnung, Vorbehalte und Aggressionen würden von Kommentaren à la "Sprechen Sie erst mal Deutsch" bis zu bedrohlichen Situationen auf dem Nachhauseweg reichen. So sei ein Ensemblemitglied einmal von einer Horde junger Erwachsener umringt und angepöbelt worden. Es sei dann zum Glück nichts Schlimmeres passiert.

Zwar sei Fremdenfeindlichkeit kein spezielles Problem von Altenburg, anders als etwa in Berlin, Leipzig oder Dresden fehle es aber an alternativen Orten und studentischen Szenen, wo die Künstler in ihrer Freizeit sorglos abtauchen könnten.

Tobias Wellemeyer, Vorsitzender des Deutschen Bühnenvereins Ost, sagte den Medien vor zwei Tagen, dass er von einer Zuspitzung der Situation ausgehe. "Schon zuvor habe es immer mal wieder Anfeindungen gegen Künstler gegeben. 'Bislang haben wir das nicht dokumentiert, aber vielleicht sollten wir das nun bald tun.'"

(sik)

Mehr zu dem Thema:

Wegen rassistischer Anfeindung verlassen vier Ensemblemitglieder Gera-Altenburg - Meldung vom 28. Dezember 2016

 

 

http://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=13462:wegen-rassistischer-uebergriffe-verlassen-vier-ensemblemitglieder-gera-altenburg&catid=126:meldungen-k&Itemid=100089

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