Wie wollen wir leben?

26. Oktober 2016. In einem Gastbeitrag für die Rheinische Post formuliert Wilfried Schulz, Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, sein Unvertändnis über und seinen Protest gegen Überlegungen, das marode Schauspielhaus nicht bzw. nicht als Theater zu sanieren. Schulz erklärt die Hintergründe der Haus-Schließung – wegen der Großbaustelle Kö-Bogen II kann nicht gespielt werden; diese Zwangspause wurde dafür genutzt, die Substanz des Gebäudes zu untersuchen, um es für die Zukunft zu sichern.

Ermutigung und Signal

17. Oktober 2016. Susanne Burkhardt gibt auf Deutschlandradio einen Bericht über die Theaterreise der Staatsministerin Monika Grütters nach Chemnitz, Halle, Jena und Senftenberg (hier kann man den Beitrag nachhören).

Das Hopp-oder-Topp-Prinzip

13. Oktober 2016. "Das Volk richtet" ist ein Text von Marie Schmidt in der neuen Ausgabe der Zeit (13.10.2016) überschrieben. Dieser greift die am kommenden Montag im TV ausgestrahlte Ferdinand von Schirach-Verfilmung Terror – Ihr Urteil auf, um über Sinn und Gefahren direktdemokratischer Mitbestimmung im Theater und in der Gesellschaft zu sprechen. "Es findet also eine Art Referendum statt. Uns, dem Volksfernsehzuschauersouverän wird die Entscheidung über den Ausgang einer Gerichtsverhandlung übertragen", schreibt Schmidt.

Studentenvollversammlung

6. Oktober 2016. Als "Gründungsveranstaltung der Volksbühnenbewegung" war angekündigt, was vorgestern nach "Die letzten Tage der Sozialdemokratie" mit Jürgen Kuttner und Guillaume Paoli im Roten Salon der Berliner Volksbühne stattfinden sollte. Paoli hatte zuvor ein Manifest veröffentlicht, einen Aufruf zur Gründung einer neuen Volksbühnenbewegung. Entsprechend kamen die Medienvertreter gelaufen. In den Berichten zeichnet sich jedoch bald ab: Eine neue Bewegung findet – hier zumindest – nicht statt.

SMS für Dich

2. Oktober 2016. Tim Renner sorgt erneut für Furore. Die Berliner Morgenpost (1.10.2016) berichtet über SMS-Nachrichten des amtierenden Kulturstaatssekretär Berlins. In den Nachrichten bittet er Politiker der Berliner CDU, dem Noch-Koalitionsparter der SPD geführten Regierung, u.a. um Unterstützung für ein Projekt des künftigen Volksbühnen-Intendanten Chris Dercon.

Klischees und Eventkultur

2. Oktober 2016. Luk Perceval, seit 2009 Hausregisseur am Hamburger Thalia Theater, wird das Haus in der übernächsten Spielzeit verlassen. Nach 18 Jahren verabschiede er sich vom System der deutschen Stadttheater und kehrt zurück in sein Heimatland Belgien.

Diskussionskultur hinter den Kulissen

4. Oktober 2016. Die von der Märkischen Allgemeinen Zeitung angestoßene Debatte über den Führungs- und Kommunikationsstil des Intendanten am Potsdamer Hans Otto Theater, Tobias Wellemeyer, zieht weitere Kreise. In den Potsdamer Nachrichten wird der Schauspieler Axel Sichrovsky interviewt, der 2014 gemeinsam mit Kolleg*innen aus dem Schauspiel-Ensemble einen Protestbrief an Wellemeyer verfasst hatte. Derweil verteidigt der Stefan Otteni, der schon mehrfach als Gastegisseur in Potsdam gearbeitet hat, den Intendanten Wellemeyer. Lesen Sie die Zusammenfassungen.   

Zwei-Minuten-Snippets sind kein ganzer Pollesch

29. September 2016. "Wunschlos unglücklich" sei die Stimmung an der Volksbühne derzeit, erzählt der Volksbühnen-Videoschnispel-Vortragsveteran und Regisseur Jürgen Kuttner im Interview mit Ulrich Seidler von der Berliner Zeitung (online 28.9.2016). Die anstehende Verabschiedung von Frank Castorf aus dem Amt des Intendanten kommt für ihn zur Unzeit. In den "letzten drei, vier Jahren" habe das Haus "wieder richtig Fahrt aufgenommen. Lauter frische, tolle Arbeiten von Castorf; Fritsch macht das Haus voll, Pollesch wuppt die große Bühne."

Aufgeklärte Monarchie

28. September 2016. Claus Peymann legt nach seiner jüngsten Pressekonferenz nochmal nach und spricht im Interview mit Wolfgang Höbel auf Spiegel online (27.9.2016) über die Schauspieler des Berliner Enembles, seinen Nachfolger Oliver Reese und Forderungen nach mehr Mitbestimmung oder mehr Schauspieler-Rechten, die er für "völlig absurd" hält.