Twitter ist keine Hamletmaschine

von @regenbericht

25. April 2016. Shakespeare war tot. Und zwar schon 400 Jahre lang. "Höchste Zeit, dass auch nachtkritik.de sich mit ihm beschäftigt", befand die Chefredakteurin.
"Shakespeare, großartig!", rief die Geschäftsführerin. "Duellkämpfe, Giftmorde, Hass und Liebe! Das schafft Herzchen!"
"Aber ich muss nicht schon wieder so einen traurigen Nachruf schreiben, oder?", fragte die Niedersachsen-Beauftragte, die so zart besaitet war wie man im Raum Braunschweig nur zart besaitet sein kann.
"Wir machen was zu Shakespeares Einfluss auf die Gegenwartsdramatiker."

Der ganz große Coup / Sibylle Berg im Interview

von @regenbericht

18. April 2016. Aufregung in der Redaktion! @SibylleBerg hatte sich kurzfristig zu einem Interview bereit erklärt.

"Wer?", fragte der Heiner Müller-Experte?
"Na, Sibylle Berg. DIE Sibylle Berg.“
"Macht die Theater?"
"Halbtags", sagte die Chefredakteurin. "Vor allem ist sie ein Social-Media-Star, ein richtiger Klickgarant. Die hat fast 50.000 Follower auf Twitter und eine Spiegel-Kolumne. Und sie schreibt immer über ganz heikle Themen."
"Über die Unverzichtbarkeit der Utopie des Sozialismus? Oder die Funktion der Kunst als Unmögliches der Wirklichkeit?“, fragte der Heiner Müller-Experte.
"Nein, meistens über weiße, dumme Männer."
"Und worüber will sie mit uns sprechen?"
"Sie will ihr erstes Gedicht promoten.“

Ab heute wird zurückgeklickt!

von @regenbericht

11. April 2016. Es stand schlimm um nachtkritik.de. In den sozialen Netzwerken kämpfte die Redaktion mit einer starken Einbuße an Likes und Herzchen. "Es muss sich etwas tun", forderte die Geschäftsführerin und drohte zu Zwecken der Mitarbeitermotivation damit, den Betriebsausflug zur "Harry Potter"-Premiere in London zu streichen. "No hearts, no Harry!", verkündete sie.

Wer tot ist, geht auf die Nerven

von @regenbericht

4. April 2016. Im Gegensatz etwa zu Redakteuren können Dramatiker ihre Karrieren nicht im jugendlichen Alter von Mitte sechzig beenden. Nein, der Schriftsteller muss weiter arbeiten, unaufhörlich inspirieren, wirken und nachwirken.

Keine Liebe! Nirgends!

von @regenbericht

28. März 2016. Es war #Frühling und wie jedes Jahr zu dieser Zeit wagte nachtkritik.de einige vorsichtige Schritte in die Offline-Welt, um die vornehme Netz-Redakteurs-Blässe mit einem Hauch UV-Licht zu akzentuieren oder lang vermisste Ehepartner wieder zu sehen. Auch an den Theatern beschränkte sich der Spieltrieb überwiegend darin, Eier im Kostümfundus zu verstecken.

Twitter ist so traurig

von @regenbericht

21. März 2016. Unser Redakteur hatte eine harte Woche. Am Ende wünscht er sich sogar, Sibylle Berg zu sein. Alles sehr traurig. Aber lesen Sie selbst.

Bitterfelder Ausweg

15. März 2016. Bitterfeld in Sachsen-Anhalt ist DIE Hochburg der Alternative für Deutschland (AfD). 32 % der Stimmen bei der Landtagswahl am Sonntag. Was nun, Bitterfeld?

Pollesch guckt bei Bohlen ab

von @regenbericht

14. März 2016. Die Berliner Schaubühne präsentiert stolz ihren Blutvorrat, René Pollesch sucht Inspiration bei RTL und Konstantin Küspert zeigt seine Wunden. Unsere Zusammenfassung der Woche in den sozialen Netzwerken:

Die Verhältnisse – sie sind nicht so?

von Nikolaus Merck

5. März 2016. In einem Gespräch mit dem Norddeutschen Rundfunk hat der Schauspieler Edgar Selge, einer meiner großen Schauspielhelden, einen Satz gesagt, der einerseits enorm hoffnungslos, andererseits enorm befreiend wirkt. Selge: "Du findest einen großen Trost in diesen Theaterfiguren, die mit ihrer großen Verzweiflung dir die Hände herreichen und sagen: Komm, das Leben ist so."

Die Diva und ihre Fans

von Michael Wolf

29. Februar 2016. Eine gute Hauptdarstellerin zieht Publikum. Da kann man schonmal auf sechs Millionen Zuschauer kommen, so wie gestern abend Anne Will dank der Promi-Performance von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Komische Sicht auf eine Talkshow? Die heute erschienenen Berichte legen eine solche Perspektive nahe, denn es scheint fast so, als verdienten sich die Medienjournalisten dieses Landes montags als Theaterkritiker was dazu.