Super Short Cut

27. Juni 2015. Shakespeare mit Salz- und Pfefferstreuern, Küchenreiben, Bier- und Wiskeyflaschen – so erlebt man gerade im "Foreign Affairs"-Livestream von nachtkritik.de alle Werke des britischen Größtdramatikers, in je 40 Minuten von Forced Entertainment erzählt. Geht's noch kürzer? Christian Rakow hat den Bleistift gezückt und malt "Hamlet", der heute Abend dran ist, für ein 6-Sekunden-Vine. 

Mohammeds Ständer

20. Mai 2015. Bekannt ist nur der Titel, nicht der Inhalt des geplanten Minidramas: "Mohammed Gets a Boner", zu deutsch etwa "Mohammed kriegt einen Ständer". Geschrieben hatte es der amerikanische Erfolgsautor Neil LaBute (u.a. "Das Maß der Dinge"), für die Eröffnung des Festivals "Planet Connections Theater Festivity", wie die New York Times und der Tagesspiegel berichten.

Von wegen Zwangsjacke

13. Mai 2015. Im Februar 2015 griff nachtkritik.de-Redakteur Wolfgang Behrens in seiner monatlichen Magazinrundschau einen Text des Dortmunder Schauspielchefs Kay Voges auf, in dem dieser anlässlich seiner Frankfurter Inszenierung von Tennessee Williams "Endstation Sehnsucht" gegen Rechteinhaber und Erben wetterte. Zwei Monate später widmete sich die Magazinrundschau der Gegendarstellung des Verlegers Helmar Harald Fischer, der für Jussenhoven & Fischer die deutschsprachigen Bühnenrechte von Tennessee Williams vertritt. Daraufhin wandte sich Helmar Harald Fischer mit weiteren Richtigstellungen an die Redaktion von nachtkritik.de. Hier dokumentieren wir, nach Zustimmung der Beteiligten, den sich an diesem Fall entzündenden Mailwechsel zwischen Verleger und Redakteur:

Die Rennerbirne oder Eine Altintendanten-Fantasie

Berlin, 20. April 2015. Er schwebt über der heiligen Volksbühne, nein, nicht wie das Damoklesschwert, sondern ....   wie ein Lebenszwerg auf der Abrissbirne?

"Drage-Se mal Ihr Scheenheit in de Keller ..."

26. März 2015. Von Zeit zu Zeit lesen wir die Zeitung gern, erfahr'n wir draus vom Zustand unseres Landes doch: Mathias Döpfner ist der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE. Rund drei Milliarden Umsatz im Jahr 2014, 14.000 Mitarbeiter in über 40 Ländern.

Blockupy das Theater

18. März 2015. Heute großer #Blockupy-Tag in Frankfurt am Main, anlässlich der Eröffnung des Neubaus der Europäische Zentralbank (EZB). Rund 10.000 Protestant*innen sind in der Stadt, um die Geldmarktpolitik der EZB zu kritisieren. Es ist bereits zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstrant*innen gekommen, Müllcontainer und Autos brennen.

Listenreich

11. März 2015. Den Berliner Theatern geht es prächtig. Das besagt eine aktuelle Zuschauerstatistik von 2014 aus der Senatskanzlei, die der rbb veröffentlicht. Die Leute kommen wie wild gereist oder aus dem Kiez gerannt und zahlen auch noch für ihre Tickets (erfasst sind die einzelnen Ticketkäufe). Rund 35.000 Besucher waren es 2014 mehr als 2013. Jubel allerorten, Moment, nein, nicht allerorten. In einem kleinen gallischen Dorf herrscht Katzenjammer: bei nachtkritik.de. Denn der Spitzenreiter kam bei uns noch nie vor. Siehe:

Schluss mit der Brechthaberei

5. März 2015. Schon der Prozess um Frank Castorfs Münchner Baal-Inszenierung bewies theatrale Qualitäten. Nun gibt's auch die passende Begleitmusik zu jenem Urheberrechtsgezerre, in das Brecht-Erben, Suhrkamp-Verlag, das Residenztheater und sein Inszenierungsteam verwickelt sind. Dabei bleibt Thomas Pigor, allmonatlicher Chanson-Dichter für den SWR, Brecht und seinen Komponierkumpanen einwandfrei treu:

Zeichen auf Abbruch

26. Februar 2015. Eigentlich ist alles gesagt, aber irgendwie muss man seine Katerstimmung abschütteln nach diesem langen Rostocker Abend mit seiner schwerwiegenden Entscheidung für das Volkstheater der Hansestadt, es zu einem "funktionellen Vierspartentheater" umzurüsten. Der strukturelle Umbau, der ein Abbau sein wird, hatte sich angedeutet. Lange schon. Und doch hatte ich als Mecklenburger bis zuletzt die Hoffnung, dass kulturelle Standortargumente in Rostock vielleicht doch schwerer wiegen könnten als die immergleichen politischen Reflexe: Kasse leer? Kamma Kultur sparen. Zwar ist das Ganze erst einmal eine Absichtserklärung der Stadt, mit der sie in die Verhandlungen mit dem Land tritt. Aber: Üppiger wird's nicht, die Zeichen stehen auf "funktionelles" Funktionieren.

The place to be. Heute: Das Sultanat

23. Februar 2015. Ein ganz, ganz großer Glückwunsch geht in dieser Woche an die Oper Köln. Die derzeit gar nicht in Köln ist, sondern auf einem honorigen Gastspiel in einer hochgelobten Kultur-Oase. "Sie befindet sich in einem kleinen illustren Kreis deutschsprachiger Opernhäuser, die die Ehre haben, ein solches Gastspiel antreten zu dürfen", schwellt die stolze Brust der Pressemitteilung.