Zdeněk Adamec – Salzburger Festspiele – Friederike Heller bringt eine Szene von Peter Handke zur Uraufführung

Schaut doch!

Testmodul mit Text.

 

Salzburg, 3. August 2020. Da wollte man sich schon versöhnlich zeigen mit Peter Handke. Der politisch umstrittene Nobeltreisträger legt mit "Zdeněk Adamec" ein neues Stück vor, das zwar kein Wurf ist wie "Immer noch Sturm", aber auch kein monumentaler Unfug wie sein letztes, "Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rande der Landstraße", vielmehr eine klein gedachte Gedankenübung mit Thema. Doch dann tritt Handke nach der Uraufführung auf die Bühne des Landestheaters. Statt sich zu verbeugen, zupft und streichelt er seltsam an den Spieler*innen herum oder kneift ihnen neckisch-gönnerhaft in die Ohren. Das Publikum klatscht irritiert weiter.

von Anna Landefeld

Black Box. Phantomtheater für 1 Person – Staatstheater Stuttgart – Stefan Kaegi schickt die Zuschauer auf einen Theater-Rundgang, der einen vom Teilnehmer zum Akteur macht

Die Magie des Schachteltheaters

von Steffen Becker

Stuttgart, 14. Juli 2020. Ich stelle mir vor, ich wäre Überlebender einer Apokalypse. Eine Naturkatastrophe hat die Zivilisation ausgelöscht und ich spaziere alleine durch ihre noch funktionierenden Kulissen. Wie würde ich mich fühlen? Befreit vom Störfaktor "Mitmenschen"? Depressiv im Angesicht der Einsamkeit? Stefan Kaegi von der Künstlergruppe Rimini Protokoll stellt die Besucher*innen im Schauspiel Stuttgart auf die diese Probe. Seit März ist der reguläre Spielbetrieb unterbrochen. Und auch Kaegi kann diesen dem darbenden Publikum nicht bieten. Zur Betäubung des Phantomschmerzes hat er ein Phantomtheater inszeniert. Haupt- und einziger Darsteller: Ich beziehungsweise der oder die Besucherin, die er im engen Fünf-Minuten-Takt auf die Reise durchs Gebäude schickt.