Rechtsextremismus

Rechtsextremismus

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Wie schlechte Klimapolitik und rechte Demagogie unheilvoll zusammenhängen – Ein Essay von Christian Tschirner

Wachstum oder Zukunft

von Christian Tschirner

17. April 2019. Seit etwa einem Jahr bereite ich für das Hamburger Schauspielhaus das Hamburger Menetekel vor, ein partizipatives Projekt, bei dem Jugendliche die Zukunft der Stadt von den Wänden lesen, um sie dann auf einem Kongress mit Expert*innen zu diskutieren. Diese Zukunft, soviel kann man jetzt schon sagen, sieht nicht besonders rosig aus. In den vielen Gesprächen dazu – mit Lehrer*innen, Stiftungen, Künstler*innen – war immer wieder zu hören: Die Jugendlichen mit einer geballten Ladung alarmierender Nachrichten zu konfrontieren, sei doch gerade jetzt – gemeint ist das Erstarken rechtspopulistischer Parteien – das falsche Signal. Gerade jetzt müsse man doch das Vertrauen in Politik und Gesellschaft stärken, alles andere füttere ja die von rechts geschürte Hysterie. Ich bin anderer Meinung. Es gibt keinen Grund, das Vertrauen in Politik und Gesellschaft zu stärken. Wir stecken in einer zivilisatorischen Krise und gerade der hilflose Versuch, das zu leugnen, beschleunigt den Erfolg der Rechten. Warum?

Interview mit Bianca Klose, Geschäftsführerin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus, über ihre Broschüre "Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts"

Die problematische Mitte

Bianca Klose im Interview mit Matthias Dell

11. März 2019. Mitte Februar hat die Berliner Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) gemeinsam mit Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters (DT) und Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke), eine Handreichung "Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts" vorgestellt. Die Broschüre entstand als Folge eines gestiegenen Beratungsbedarfs in den letzten beiden Jahren: Theater und andere Kulturinstitutionen sehen sich immer häufiger Angriffen von rechten Akteur*innen ausgesetzt. Vom inflationären Gebrauch parlamentarischer Anfragen durch die AfD bis zu Bombendrohungen reicht das Spektrum der Störaktionen. Die Broschüre erntete Lob für ihren Ratgeberteil, aber auch starke Kritik für ihre theoretischen Positionsbestimmungen und die Einschätzung, der "Kulturkampf von rechts" werde bereits in den Feuilletons der großen Zeitungen geführt. Die Bro­schü­re mache letztlich kei­nen Un­ter­schied "zwi­schen kon­ser­va­ti­ven, li­be­ral­kon­ser­va­ti­ven, rechts­ex­tre­men, ras­sis­ti­schen, Gen­der­theo­rie-skep­ti­schen oder rechts­po­pu­lis­ti­schen Po­si­tio­nen", urteilte die Wochenzeitung "Die Zeit". Im theoretischen Teil der Broschüre wurde fälschlicherweise behauptet, Zeit-Autor Ul­rich Grei­ner ha­be die zu­wan­de­rungs­kri­ti­sche "Er­klä­rung 2018"un­ter­zeich­net. Der Fehler wurde umgehend korrigiert und bedauert. Im Interview mit Matthias Dell erklärt sich MBR-Geschäftsführerin Bianca Klose und spricht über ihre Sicht auf die Presse-Reaktionen.